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Der Gedankenstrich

Linda Ellis „The Dash“

übersetzt aus dem Englischen: Kurt O. Wörl

Ich las einmal von einem Mann, der beim Begräbnis einer Freundin die Rede hielt. Er sprach von den Daten auf ihrem Grabstein, vom Anfang und vom Ende.

Zuerst nannte er das Datum ihrer Geburt und dann das folgende Datum unter Tränen. Und weiter meinte er, was wirklich zähle, sei nur der Gedankenstrich zwischen den Jahreszahlen.

Dieser Gedankenstrich stehe für die Zeit, die sie lebte und wandelte auf Erden. – Und nur jene, die sie liebten, wüssten,
was dieser kleine Strich wirklich wert sei.

Für diesen kleinen Strich spiele es keine Rolle, wie viel wir besitzen, – die Autos, – das Haus, – das Bargeld. Wichtig sei nur, wie wir lebten und liebten und wie wir unseren Gedankenstrich gestalten.

„Denke gründlich darüber nach“, forderte er… „gibt es Dinge, die du noch ändern möchtest? Du weißt nie, wie viel Zeit dir noch bleibt, es zu tun.“

Wenn wir können, sollten wir innehalten, um zu erkennen, was ist wahrhaftig, was recht und richtig sei, versuchen zu verstehen, wie andere Menschen fühlen. Nicht so schnell verärgert sollten wir sein und anderen mehr Anerkennung geben.

Und Menschen unseres Lebens lieben, wie wir nie zuvor geliebt haben. Andere mit Respekt behandeln und öfter ein Lächeln tragen, daran denken, dass dieser besondere Gedankenstrich nur ganz kurz sein kann.

Und dann fragte er: „Wenn einst in deiner Grabrede die Werke deines Lebens verkündet werden, könntest du auf all das stolz sein, wofür dein Gedankenstrich steht?“

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