• Buchempfehlung

    Ein – vor allem in Freimaurerkreisen – derzeit heftig und kontrovers diskutiertes Werk legte Klaus-Jürgen Grün mit seinem Buch

    Wörter machen Götter

    Der symbolische Bund der Freimaurer
    und seine Feinde
    ,

    verlegt vom Salier-Verlag, vor.

    (ISBN: 978-3-943539-86-8, 1. Auflage 2018).

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Menschlichkeit

zum Gedenken an Matthias Große (verstorben 2005)

Erbarmen, Mitfühlen, Mitleid, Sympathie

“Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.” So haben wir es gelernt. Soweit die Theorie. Und die Praxis? Wie sieht die Praxis aus? Oft genug doch so:

  • Hasse deinen Nächsten und werde groß, reich und mächtig auf seine Kosten!
  • Verachte deinen Nächsten und trete ihn in den Staub.
  • Zerbombe, zerfetze und verbrenne ihn und erhebe dich als göttlicher Phönix aus seiner Asche.

Und Gott? — Gott schweigt! – Sagen die Hoffnungslosen.

Menschen lernen tagtäglich mit einem Lachen über Leichen zu gehen. Sie nennen das dann eine “starke Persönlichkeit”.

Ja, natürlich ist es leichter, den Mitmenschen totzuschlagen, als in einen friedlichen Wettstreit mit ihm einzutreten. Könnte er sich doch dabei als der Tüchtigere, der Bessere erweisen. Und der “göttliche Phönix” versänke wieder in der Asche aus der er sich so selbstherrlich erhoben hatte.

So etwas darf nicht geschehen! Niemals! Wehret den Anfängen!

Oder? – Den Mitmenschen totschlagen … Na, immerhin ist das nicht ganz ungefährlich. Schließlich könnte er der Stärkere sein.

Viel effektiver und vor allem ungefährlicher ist es allerdings, ihn aus rund 10.000 Meter Höhe mit einer so genannten „intelligenten Bombe“ – welch kaum zu überbietendes Ausmaß an Zynismus steckt in diesem Wort – ihn mit einer „intelligenten Bombe“ zu zerfetzen. Ganz sauber und steril. Kein Blut, kein Todesschrei. Knopfdruck, klick, erledigt.

Und zum Abendessen sind wir wieder daheim bei der Familie. Und bei den lieben Kindern!

Täterrisiko: 0%,
Opferrisiko: 100% – garantiert!

Nicht der Bessere, nein, der Reichere und damit der besser gerüstete siegt. Und dann stellen wir die besiegten Feinde vor ein selbsternanntes Siegertribunal, um sie für ihre Kriegsverbrechen zu bestrafen. – Siegerjustiz nennt man das. Aber kein Täter der Sieger wird jemals von einem solchen Tribunal verurteilt. Egal, was er getan hat. Niemals!

Nachdem japanische Städte mit Atombomben in Schutt und Asche gelegt wurden und Hunderttausende von Zivilisten ihr Leben verloren hatten und Tausende heute noch unter den Folgen leiden, wurde ein Tribunal eingerichtet, um japanische Kriegsverbrecher zu bestrafen. – Immerhin vertraten zwei der elf Richter eine abweichende Meinung. Und selbstverständlich wurde diese nicht veröffentlicht. Einer dieser beiden Richter, der Inder Radhabinod Pal kam zu dem Schluss:  “… Es stellt sich … heraus, dass nur ein verlorener Krieg ein Verbrechen ist.”  Ein großes Wort!

Menschlichkeit. Hier hat sie sich zu Wort gemeldet.

Völker denken wenig! Geht ein Krieg verloren, so akzeptiert das Volk sofort die Lüge, dass dieser Krieg ein Verbrechen des Feindes war.

  • Wird der Krieg aber gewonnen, so war es ein heldenhafter Feldzug im Dienste der Freiheit und der Menschenrechte.
  • Wird dem besiegten Volk ein Frieden diktiert, so ist es ein „Schandfrieden“.
  • Wird dem besiegten Feind ein Frieden diktiert, so ist es eine historische Notwendigkeit im Dienste der Menschheit.

Völker denken wenig! – Wer fragt heute schon noch nach den Massenvernichtungswaffen im Irak? – Wo sind sie geblieben? Da erscheint es schon viel wichtiger ob eine Politikerin auf einem Pressefoto Schweißflecken unter den Achseln hat oder wie hoch der diesjährige Weihnachtsbaum auf dem örtlichen Marktplatz ist. Die Toten des Irak … sind begraben. – Gleich neben der Wahrheit. – Begraben, vergessen, vorbei. Völker denken wenig!

Aufgabe des Freimaurers ist es zu denken. Zu denken, zu fragen, zu hinterfragen und das himmelschreiende Unrecht beim Namen zu nennen.

Menschlichkeit! – Im Gegensatz zu vielen Menschen, für die sie nur noch eine leere Worthülse ohne jeglichen Inhalt ist, ist Menschlichkeit für den Freimaurer ein ganz besonderer Wert. Frei nach Goethe:

“Menschlichkeit ist ein ganz besonderer Wert.”

Da vernahmen wir alle Nachrichten von ungeheuren Gemetzeln in Afrika, die dort Wochen und Monate stattfanden. Eilfertig stellten Regierungen fest, dass so etwas nicht geduldet werden kann und, dass die internationale Völkergemeinschaft unbedingt einschreiten muss. Wochen werden dann benötigt, um Nationen zu finden, die bereit wären hier den Blutzoll zu zahlen. – Und das Morden ging weiter.

Hört ihr die Schreie der Gefolterten und Ermordeten, die Schreie der Kinder und Greise, die Schreie der vergewaltigten Frauen?

Und das Beraten der Nationen nahm kein Ende. – Menschlichkeit!

Wenn es gegen irgendwelche vermeintliche internationale Terroristen geht, dann geht alles viel, viel schneller. Menschlichkeit! – Und überhaupt:

Wieso fragt niemand, wer den Bürgerkriegstruppen und Mörderbanden die Waffen liefert, ohne die es den Krieg und die Massaker nicht gäbe? – Vielleicht weil alle die gleichen Lieferanten haben? – Wie z.B. in Ruanda? Oder vielleicht, weil sich politische Eliten der so genannten „zivilisierten Welt“ bis hinauf in die Präsidentenetagen bei diesen Geschäften die Taschen füllen? Und dann beim Wiederaufbau der mit ihrer Hilfe zerstörten Länder gleich noch einmal? Wer weiß? –

Wie, hat da jemand „Irak“ gesagt? — Ich muss mich wohl verhört haben. – Entschuldigung!

In den USA gibt es öffentlich zugänglich Register über verurteilte Sexualstraftäter. Im Mittelalter gab es etwas ähnliches. – Man nannte es den „Pranger“ oder den „Schandpfahl“. – Wieso gibt es keine öffentlich zugänglichen Register über Staaten, Regierungen und Konzerne, die Despoten, Bürgerkriegsparteien und Verbrecherbanden überall auf der Welt mit Waffen versorgen?

Wieso? — Ich weiß, ich weiß. Das ist schon eine sehr naive Frage. Aber wo bleibt die Menschlichkeit, wenn solche Fragen nicht mehr gestellt werden dürfen?

Wir leben in einer Welt der Heuchelei, in einer Welt des Hasses und in einem großen Narrenhaus.

  • Es sind Narren, die glauben, dem eigenen Volk und der so genannten „freien Welt“ nützen zu können, indem sie andere Völker hassen, unterdrücken und bekriegen.
  • Es sind Narren, die eingebildet und überheblich die Leistungen des eigenen Volkes in den Himmel emporheben und die Leistungen anderer Völker belächeln und in den Staub treten.
  • Und es sind Narren, die auf den Zufall stolz sind, in einem ganz bestimmten Land geboren worden zu sein. Als ob das ihr Verdienst wäre.

Was wäre der Mensch ohne den Menschen?

Aber vor allem: Was wäre die Welt ohne Menschlichkeit?

Was wäre unser Planet ohne Menschen, die Tag für Tag, ohne Unterlass und ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit und das eigene Leben für die Menschlichkeit einträten?

Jeder möge sich diese Frage selbst beantworten.

“Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.”

Es wäre alles so einfach, wenn das Gesetz gegenseitiger Hilfe nur annähernd so verbreitet wäre, wie das Gesetz des Hasses.

Aufgabe des Freimaurers ist es, dem Hass zu widerstehen und das Gebot der Menschlichkeit und der gegenseitigen Hilfe unter die Menschen zu tragen und es mit Leben zu erfüllen. Denn alle Menschen sind von Natur aus Brüder.

Ist ein „hoffnungsloser“ Idealist, der so denkt? – Ja, vielleicht…Aber wer Ziele stecken und erreichen will, muss Idealist sein. Die drei Buchstaben des Erfolgs lauten: t – u – n.  – Tun!

Lasst euch nicht entmutigen!

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